Besuch einer RDO-Tischlerei in Ibwanzi und der Grundschule in Mdabulo. Und dann warten auf das E-Bike, auspacken, montieren und fahren.

Ibwanzi liegt etwa 20 km südöstlich von Mdabulo, hier unterhält die RDO ein sehr kleines Trainingszentrum. Eine Tischlerei gibt es in Mdabulo nicht, also haben wir uns die in Ibwanzi angesehen.

Hier werden Schränke, Stühle, Türen, Bienenkästen und andere einfache Möbel hergestellt.

Die Maschinen sind alt. Sie werden uns vorgeführt,

funktionieren und liefern ein tadelloses Ergebnis.
Trotzdem soll/muss die Tischlerei bald modernisiert werden, von den Ausbildungsinhalten bis zum Maschinenpark.

Nähereien und Schneiderein gibt es an mehreren Standorten. In erster Linie werden Schuluniformen produziert, gelegentlich auch andere Kleidung.

… funktioniert immer noch.

Auch in Ibwanzi sind die dzt. 57 Schülerinnen und Schüler in zwei getrennten Wohnhäusern untergebracht.
Für ein Unterrichtsjahr müssen die Kinder ca. EUR 150 Schulgeld (incl. Material und Schuluniform) und nochmals EUR 100 für die Unterkunft bezahlen. Staatliche und RDO-Schulen heben gleich hohe Schulgelder ein. Mittellose Kinder werden von RDO gesponsert.

Die Schulküche ist ein typisches Beispiel, wie in Tansania noch oft gekocht wird. Ganze Baumstämme werden langsam in den Ofen geschoben. Die Umstellung auf effizente, saubere Kochfeuer ist eine weitere Aufgabe im Klimaprogramm der RDO. Beim Kochfeuer hindern auch Traditionen eine rasche Änderung.

Die Tischler-Lehrlinge in ihren Outfits.

Als wir in der Schule in Mdabulo ankommen, machen die Kinder gerade Mittagspause.
Mehr als 500 Mädchen und Buben besuchen derzeit die Grundschule. In den 8 Klassen (7 Jahrgänge) sitzen jeweils zwischen 40 und über 70 Kinder.

Sie essen einen Eintopf aus Mais und Bohnen, den wir auch ab und zu genießen.

Weder Schule noch Elternhaus stellen die Mahlzeiten bereit, die Kinder bestellen die Felder selbst. Das ist Teil des Lehrplans.

Nach anfänglicher Scheu freuen sich die meisten doch, wenn sie auf’s Bild kommen.

Kaum ein Menschen hier hat schon einmal einen Fotoapparat gesehen.

„Good morning Sir, show picture“

Am Nachmittag kommt endlich das lange ersehnte E-Bike an. Sofort bauen die Lehrlinge unter Anleitung des Lehrmeisters das Fahrrad zusammen.

Radfahren ist in dieser Gegend recht selten. Kleine Lasten werden getragen oder auf Motorrädern transportiert. Wir versuchen, das Fahrrad wieder attraktiv zu machen.
Dieses Rad ist ein Longtail, hinter dem Sattel können Lasten bis 100 kg oder 2 Kinder transportiert werden. „In Afrika geht das auch mit 4 Kindern“, meint die erste Fahrerin.
Nabenmotor, 2 Akkus (fehlen auf dem Bild, da noch nicht geladen), 7-Gang-Kettenschaltung, Fahren auch ohne zu pedalieren möglich, Scheibenbremsen mit Seilzug.

Als wir aus der Werkstatt auf den Vorplatz gehen, ist der Andrang groß.
Das Fahrrad lässt sich gut fahren und erregt auch Aufsehen.

Also machen wir uns abends mit E-Bike und …

… E-Motorrad auf in die Dorfbar. Genauer: die Jungen fahren, die Alten gehen zu Fuß.
Dort sinnieren wir wieder über Vor- und Nachteile des Fahrzeugs. Wo 2 Mathe-Leher (ein tansanischer und ein österreichischer) zusammenkommen, wird gerechnet: für ein Motorrad mit 100 km/Woche machen die monatlichen Spritkosten ein Drittel eines Monatslohnes aus. Strom ist sehr billig, bei RDO nun nahezu gratis, wenn die Sonne scheint.

Morgen ist unser letzter Tag in Mdabulo.